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Kinderfeuerwehr

Letzter Einsatz

Abteilung: Aktive
Ort: Harener Hof
Zeit: 14.10.2017, 08:21 Uhr
Meldung: Gasgeruch

Das ist doch Ehrensache



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Chronik des Blasorchester Kronsberg

Das Jahr 2008 ist ein besonderes Jahr für das Blasorchester Kronsberg. Denn in diesem Jahr wird das hundertjährige Bestehen des Orchesters zu feiern sein.

Am Anfang der hiesigen Blasmusik standen Signalhörner, wohl hervorgegangen aus der frühen Verwendung dieser Instrumente zum Signalgeben beim Löscheinsatz.

Seit wann diese Instrumente in Verbindung mit Trommeln in Bemerode zum gemeinsamen Spiel bei Ausmärschen geblasen wurden, lässt sich nicht nachvollziehen. Dokumentiert ist dies jedoch erstmalig auf einem alten Gruppenfoto aus dem Jahre 1908, worauf neben den Aktiven auch Feuerwehrmänner zu erkennen sind, die zu den ersten Musikanten der Wehr zählten.

Vor dem ersten Weltkrieg existierte ein Hörnerzug (Signalhörner und Trommeln), dem ein Teil der aktiven Feuerwehr-Kameraden angehörte. Während des Krieges kam es zu den üblichen Auflösungserscheinungen, da die meisten wehrfähigen Männer an die Front gerufen wurden. Die Bemühungen, diese Formation nach dem Ende des Krieges wieder aufzubauen, scheiterten. In den nun folgenden Nachkriegsjahren gab es in der Bemeroder Feuerwehr einen „Spielmannszug" von ganz besonderer Güte (Schmunzeln ist erlaubt): Er bestand lediglich aus 3 Musikanten: Wilhelm Schippus spielte die Querflöte, dazu schlug Karl Windel eine große Trommel und manchmal gesellte sich ein Musikant (Name unbekannt) mit einer kleinen Trommel dazu.

Dann, im Jahre 1924, schlug die Stunde der Harmoniemusik im Dörfchen Bemerode (damals 800 Einwohner). Der damalige Wehrführer und Maurermeister August Meier, der Lehrer Rust und der Gastwirt Thymian beschlossen, einen Musikzug zu gründen. Eine Spende von 800 Reichsmark, viel Geld zu damaliger Zeit, machte es möglich. Umgehend wurden gebrauchte Instrumente beschafft.

Feuerwehrleute machen keine halben Sachen, gleich 28 Aktive, vollständig unbedarft im Musischen, wurden vom Lehrer Rust ausgebildet. Die Leistung dieses Mannes für die Feuerwehrmusik in Bemerode kann nur als ganz außergewöhnlich bezeichnet werden, insbesondere wenn man bedenkt, dass Notenmaterial nicht vorhanden und fast alle Stimmen von ihm handgeschrieben waren.

 Nach Jahren fleißigen Übens, nachdem bereits 1927 und 1928 Marschmusiken zu Feuerwehrfesten durchgeführt wurden, war es nun soweit. Am 15.09.1929 stellte man sich den Bemerodern mit einem ersten öffentlichen Blaskonzert vor.

 Die Arbeit hatte sich gelohnt, nachdem in den Vorkriegsjahren weitere Bläser hinzukamen, wurden bei Feierstunden oder bei dem damals traditionellen Feuerwehrvergnügen am 2. Weihnachtstag schon ganz beachtliche Programme vorgetragen.

Wieder brachen unfriedliche Zeiten an. Der 2. Weltkrieg verlangte nach Soldaten. Viele der Aktiven wurden eingezogen. Der Leiter, Lehrer Rust, verstarb in den ersten Kriegsjahren. Als Nachfolger leitete Gustav Tendler kurzzeitig den Musikzug, der personelle Niedergang war jedoch nicht mehr aufzuhalten.

Die Instrumente wurden teilweise eingezogen und nun lag die Musik bei der Feuerwehr bis auf bescheidene Versuche von Wenigen, vollständig danieder.

Kriegsende, Kapitulation, Zerstörung, es gab in den ersten Nachkriegsjahren Wichtigeres zu tun als zu musizieren.

Ganz klein, mit 6 bis 8 Musikern fing man wieder an, aber erst als die Kameraden nach und nach aus der Kriegsgefangenschaft entlassen wurden, war wieder ein planvolles Üben und Musizieren möglich. Gustav Tendler, im Februar 1948 aus der Kriegsgefangenschaft entlassen, übernahm wieder die Leitung. Neue Leute kamen hinzu, viele der zugezogenen Flüchtlinge kannten sich in der Blasmusik aus und halfen mit, den Musikzug wieder auf ein gehobenes Niveau zu bringen.

 Im Februar 1954 legte Gustav Tendler aus familiären Gründen den Taktstock aus der Hand; Nachfolger für ein Jahr wurde Charlie Prohaska.

 Mit seiner Wahl zum Leiter des Musikzuges im Jahre 1955 sollte nunmehr Gustav Schieche für die enorme Zeitspanne von 33 Jahren die musikalische Arbeit dieser Kapelle bestimmen.

 In diesen langen Jahren gab es, wie kann es anders sein, Höhen und Tiefen. Es zeichnet diesen Musikzug aus, dass er auch in Zeiten personeller Ausdünnung doch stets seinen Auftrag in der Feuerwehr und in der Gemeinde Bemerode erfüllt hat.

 Eine besonders schwierige personelle Lage hatte der Musikzug Anfang der sechziger Jahre zu meistern. Da gleiche Probleme im damaligen Musikzug Anderten bestanden, wurde beschlossen, beide Züge zusammenzulegen und gemeinsam zu proben und zu musizieren. Diese Lösung bot sich an, weil der Leiter Gustav Schieche auch diese Kapelle seit 1956 leitete und man sich schon vorher gegenseitig ausgeholfen hatte. In dieser gemeinsamen Formation wurde in Bemerode und Anderten von 1961 bis 1980, fast 20 Jahre lang, musiziert. Aus organisatorischen Gründen ist der Musikzug seit 1982 allein der Ortsfeuerwehr Bemerode zugeordnet.

1980, dies war ein besonderes Jahr. Durch gemeinsame Bemühungen war es gelungen, auf „einen Streich" eine beachtliche Personalverstärkung zu erreichen. Da das Orchester mit seiner musikalischen Tätigkeit das südliche Stadtgebiet um den Kronsberg abdeckt, wurde in einer Versammlung beschlossen, nunmehr den Namen „Blasorchester Kronsberg" zu führen. Es gab in dieser Zeit eine beachtliche Leistungssteigerung. Die als Höhepunkt der musikalischen Arbeit eines jeden Jahres seit 1980 regelmäßig durchgeführten öffentlichen Konzerte im Schulzentrum Bemerode belegen dies.

1988 gab der langjährige Leiter Musikmeister Gustav Schieche den Taktstock an den Instrumentallehrer Joachim Hunold weiter, der seit diesem Zeitpunkt Dirigent des Blasorchesters Kronsberg ist.

 Das Blasorchester Kronsberg ist als eigenständige Abteilung der Ortsfeuerwehr Bemerode angegliedert. Allerdings setzt sich das Orchester nicht mehr - wie in den Anfangsjahren – aus den aktiven Feuerwehrleuten zusammen, sondern besteht ausschließlich aus Hobby-Musikern. Zwischen den aktiven Feuerwehrkameraden der Ortsfeuerwehr Bemerode und dem Orchester besteht jedoch eine vorbildliche Zusammenarbeit und wird eine gute Kameradschaft gepflegt.

 Erwähnenswert ist abschließend, dass unser Ehrenmitglied Willy Sagebiel (geboren am 31.10.1915) seit 1931 Mitglied im Orchester ist und bis 1998 Waldhorn spielte und über 40 Jahre Kassenwart war.

 

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